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Sei vorbereitetbevorbeireitet!

Ein Tag zwischen TagZwo, Schach und Arbeit am eigenen Weg. Warum mir klare Ziele, Verbundenheit und der richtige Umgang mit vorhandenen Möglichkeiten so viel bedeuten.

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Sei vorbereitetbevorbeireitet!

Sei vorbereitetbevorbeireitet! Das ist ein eigenes, über Jahre liebgewonnenes Wortspiel, und genau so muss es geschrieben werden. Ich will vorbereitet sein, bevor die Möglichkeit, meine Ressourcen gut zu nutzen, an mir vorbeireitet. Gerade fühlt sich das nicht mehr nur nach einem Spruch an. Es wird ein Arbeitsprinzip.

In den vergangenen Wochen sind viele Dinge gleichzeitig in Bewegung geraten. Manchmal bin ich selbst erstaunt, wie stark der Motor läuft, sobald ich einen Weg als bewältigbar einschätzen kann. Es ist weiterhin anstrengend und abenteuerlich. Trotzdem erscheint mir der Weg in die eigene Arbeit als Gestalter derzeit sehr viel besser zu bewältigen als mein Weg in das Therapeutenleben. Dabei wollte ich tatsächlich gern Therapeut werden. Nicht wegen der Berufsbezeichnung, sondern wegen der Aufgabe: Leben mit Verbundenheit zu befüllen.

Ich habe aus der Ergotherapieausbildung viel mitgenommen, auch wenn ich den Abschluss nicht gemacht habe. Zwei Jahre Unterricht, Begegnungen, Beobachtungen und eigene Grenzen verschwinden nicht durch einen Abbruch. Das Projekt Ergotherapie soll hier deshalb einen eigenen, offenen Platz bekommen. Für Notizen und Rückschlüsse aus dem Alltag. Ein unfertiger Abschnitt, aber kein wertloser.

Was braucht wer von wem?

Ein Satz begleitet mich besonders: Was braucht der andere von mir, um mir das zu geben, was ich von ihm brauche? Darin steckt für mich ein einfacher Zugang zu dem, was die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg möglich machen will: Bedürfnisse ernst nehmen, ohne den anderen aus dem Blick zu verlieren. Mein kürzestes Wort dafür ist Verbundenheit.

So möchte ich auch Projekte begreifen. Am Anfang steht eine möglichst klare Formulierung des Ziels. Was soll entstehen? Wer erwartet was? Was ist vorhanden und was fehlt? Wenn eine Anforderung sehr allgemein bleibt, muss ich mir Spielraum nehmen, um überhaupt anfangen zu können. Je konkreter die gemeinsamen Ziele sind, desto sicherer lässt sich später beurteilen, ob wir das erreicht haben, was wir uns vorgenommen hatten.

Deshalb gehört zu meiner Vorbereitung auf die Selbstständigkeit auch eine nächste Aufgabe: einfache, verständliche Zielvereinbarungen für unterschiedliche Projekte. Was wird angeboten, was wird benötigt, was ist nicht Teil eines Auftrags? Eine gute Vereinbarung schützt beide Seiten. In der Therapie, in Beziehungen und in der Gestaltung ist das Grundproblem gar nicht so verschieden: Wir müssen aussprechen, was wir meinen, wenn wir nicht missverstanden werden wollen.

Ein Tag, der alles miteinander verbindet

Heute war ich noch einmal kurz in der TagZwo. Wir haben mit dem Label über den Stand der Dinge gesprochen und neue Ideen ausgeheckt. Das verlief gewohnt befriedigend. Ich beobachte gern, wie sich etwas formt, an dem mehrere Menschen beteiligt sind. Heute ging es auch im Austausch mit dem Hokke-Umfeld um das Netzwerk: Die eigene Website soll auf Dauer nur ein Teil eines größeren, miteinander verbundenen und begehbaren Raums werden. Man verweist aufeinander, spricht miteinander und entdeckt vielleicht auch, was man voneinander braucht.

Meinen TagZwo-Kaffee habe ich geschenkt bekommen. Dazu spielte ich mit einem lieben Freund Schach. Wir sind auch auf chess.com verbunden, und er macht kaum grobe Patzer. Die Partie hatte flotte Wendungen und ein schnelles Ende. Sie war amüsant. Auf chess.com spiele ich inzwischen auch mit meinem Sohn. Dass wir dieses Interesse teilen, freut mich besonders. Das sind die guten Tage.

Drei kleine Arbeitsstände

  • FXCHS als begehbarer Ort: Der neu gestaltete Anfangsraum zeigt einen aktuellen Film bildfüllend und ohne Ton. Die Fenster bewegen sich mit einer gewissen Trägheit, während Blog, Portfolio, Kontakte und andere Räume verbunden bleiben. Das Ganze ist noch in Arbeit, aber das Gefühl stimmt bereits.
  • Eigene Filme und Kanäle: YouTube ist der Ort für die längeren Aufnahmen; Instagram und TikTok ergänzen die kurzen Fassungen. Links und Hintergrundtexte sollen zurück zu den eigentlichen Projekten führen, statt für sich allein stehen zu bleiben.
  • Musik und Gestaltung: Meine SoundCloud-Playlist bekommt einen festen Platz. Daneben entstehen erste gedruckte FXCHS-Visitenkarten. Und aus dem Schriftzug ist ein kleiner Film geworden: getrennte Buchstaben fallen als Polygone zusammen, Rot und Cyan verschieben sich in der Bewegung, eine grüne Fuchsspur bleibt links stehen. Das alte Fuchszeichen fällt ganz zum Schluss als winziger Punkt von oben an seinen Platz. Die Logoanimation als Projekt ansehen.

Ich bin gerade dankbar für ein wenig Spielwiesenzeit. Ich kann ausprobieren, Werkzeuge miteinander verbinden und Erfahrungen aus sehr unterschiedlichen Bereichen bündeln. Perspektivisch möchte ich damit gewissenhaft und konzentriert arbeiten: mitmachen, anbieten, Menschen verbinden. Ich freue mich auf die nächsten Begegnungen der ZWOten Art.

Falls jemand aus meiner ehemaligen Schule diese Zeilen liest: Liebe Grüße aus der nahen Ferne! Ich empfehle euch weiter, auch die ganze Lehrerschaft. Vieles von dem, was ich heute nutzen kann, habe ich mit eurer Hilfe zusammengesammelt. Nächste Woche wäre mein Praktikum gewesen. Es ist befremdlich, bei etwas nicht mehr dabei zu sein, und trotzdem fühle ich mich verbunden. Am Samstag möchte ich vielleicht am Tag der offenen Tür der Semper Schule in Dresden vorbeikommen und endlich einmal Hallo sagen. So richtig Tschüss habe ich nämlich noch gar nicht gesagt.

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